Nächste Prozessschlappe für Novomatic

Von Thomas Sochowsky unterstützter Spieler bekommt Euro 120.000 zugesprochen

23.07.2016

Im Juni 2016 hatte das Landesgericht Wr. Neustadt die Novomatic verpflichtet, Spielverluste an 2 Automatenspieler zurückzuzahlen, einmal Euro 105.000, das andere Mail sogar Euro 370.000. Am 22.07.2016 wurde ein weiteres Urteil in diesem Sinn zugestellt. Einem 50-jährigen Wiener wurden Euro 120.000 zugesprochen. Diesen Betrag hatte er nach den Feststellungen des Gerichts alleine von April 2013 bis Ende 2014 an Glücksspielautomaten, an denen nach dem Gesetz nur 50 Cent Einsatz pro Spiel erlaubt wären, verspielt.  Der Nachweis der Spielverluste gelang deshalb, weil das Spielgeld direkt in den Casinos behoben wurde. In der Begründung verwies das Gericht auf die Spielsucht des Klägers und die dadurch eingetretene Geschäftsunfähigkeit. Im Verfahren war dazu ein Sachverständigengutachten eingeholt worden. Dem Urteil war ein Vergleich vorangegangen. Diesen hat die Novomatic jedoch später ohne Angabe von Gründen widerrufen. 

Der 50-jährige Wiener wurde so wie die anderen erfolgreichen Kläger von Thomas Sochowsky, dem Gründer der Initiative www.automaten-klage.at unterstützt und von Dr. Peter Ozlberger  rechtsanwaltlich vertreten. Insgesamt hat RA Ozlberger bereits 12 Klagen eingereicht. Am spannendsten ist der erste Fall, der nun bereits beim Obersten Gerichtshof liegt. Das Höchstgericht hat zu klären, ob die von der Novomatic betriebenen Automaten illegal waren. Gewinnt der dort als Kläger auftretende Thomas Sochowsky in diesem Prozess, bedeutet dies, dass alle, die an den von der Novomatic betriebenen Automaten verloren haben, das Geld zurückverlangen können und zwar unabhängig davon, ob sie geschäftsfähig waren oder nicht.

Die zur Zurückzahlung von Spielverlusten verpflichtenden Urteile sind nicht rechtskräftig.