Spielerschutzeinrichtungen und Hilfsangebote bei Spielsucht in Österreich

Der überwiegende Teil der Spieler in Österreich spielt nicht zur Unterhaltung und auch nicht zum Spaß. Durch die Spielsucht sind sie existenzgefährdet.

Diese Form unserer sozialen oder gesellschaftlichen Kultur des Spielens ist mit hohem Risiko verbunden. Das zeigt auch die im Jahr 2011 veröffentlichte, erste österreichweite Glücksspielsuchtstudie. Rund 64.000 Personen in der Altersgruppe zwischen dem 14ten und dem 65igsten Lebensjahr sind von Glücksspielsucht betroffen. Die Studie ergab, dass 0,43 % dieses Bevölkerungssegmentes ein problematisches Spielverhalten aufweisen und 0,66 % pathologisch glücksspielsüchtig sind. Alleine diese Zahlen zeigen, dass es notwendig ist, den Betroffenen die bestehenden Hilfsangebote in Österreich aufzuzeigen. Glücksspielsucht ist eine Krankheit, die oft verdrängt wird, und schwer zu behandeln ist. Bereits im Jahr 1980 hat die US-amerikanische Psychiatrische Gesellschaft das pathologische Glücksspiel in ihrem Diagnoseschlüssel (DSM) aufgenommen und als Krankheit diagnostiziert.

Hilfsangebote bei Spielsucht in:

Quelle der Spielerschutzeinrichtungen: BMF

Pathologisches Glücksspiel wird als andauerndes und wiederkehrendes, fehlangepasstes Spielverhalten definiert, wobei 5 der folgenden Merkmale vorliegen müssen:

der Spieler bzw. die Spielerin ist stark eingenommen vom Glücksspiel

 

er oder sie muss mit immer höheren Einsätzen spielen, um die gewünschte Erregung zu erreichen

 

er oder sie hat wiederholt erfolglose Versuche unternommen, um das Spielen zu kontrollieren, einzuschränken oder aufzugeben

 

er oder sie ist unruhig und gereizt beim Versuch, das Spielen zu

kontrollieren, einzuschränken oder aufzugeben

 

er oder sie spielt, um Problemen oder einer negativen Stimmung zu entkommen

 

er oder sie kehrt nach dem Geldverlust beim Glücksspiel oft am

nächsten Tag zurück zum Spiel, um zu versuchen den Verlust auszugleichen

 

er oder sie belügt Familienmitglieder, Therapeuten oder andere, um das Ausmaß des Spielens zu Vertuschen

 

er oder sie hat illegale Handlungen wie Raub, Betrug, Diebstahl, Fälschung,

Unterschlagungen begangen, um das Spielen zu finanzieren

 

er oder sie hat wichtige Beziehungen, den Arbeitsplatz oder Zukunftschancen

wegen des Spielens gefährdet oder verloren

 

er oder sie verlässt sich darauf, dass andere Geld bereitstellen, um die durch das Spielen verursachte hoffnungslose finanzielle Situation zu überwinden. Im Jahr 1991 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das pathologische Glücksspiel in ihre internationale Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10) aufgenommen. Demnach besteht die Störung in häufig wiederholtem, episodenhaften Glücksspiel, das die Lebensführung der betroffenen Personen beherrscht und zum Verfall der sozialen, beruflichen und familiären Werte und Verpflichtungen führt.

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